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19. Tag laufend, Sarria

Jakobsweg: Sarria

Heute morgen hab ich mich direkt mal verlaufen. Es gab zwei Wege nach Sarria, wobei der eine 7 km länger war als der andere. Wollte den kürzeren, der auch als der schönere beschrieben wurde, gehen. Nach 2 km hab ich mich gewundert, hab nochmal in meinem schlauen Büchlein nachgelesen und festgestellt, dass ich tatsächlich den falschen Weg eingeschlagen hatt. Ich bin heute morgen allerdings noch mit teilnassem Rucksack und vollnassen Schuhen losgetapert, damit konnte ich keine 26 km durchstehen.

Also zurück, auf halbem Rückweg Catherine aus Kanada wiedergesehen, und sie vor dem falschen Weg bewahrt. So ging es dann nochmal auf eine Anhöhe (nach den letzten Tagen nenne ich sowas nicht mehr Berg) und das bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Frisch war’s aber trotzdem.

Heute morgen hat mich der Camino gelehrt, dass ich immer noch zu viele Klamotten dabei habe. Hatte gestern vieles in die Wäsche und den Trockner gegeben, ich war ja vollkommen durchnässt: sicherlich 5 Liter Wasser hatte ich in Hose, Socken, Schuhen und Rucksackhülle. Die Wäsche hat mir der Hospitalero dann auch liebenswürdigerweise aufs Zimmer gestellt. Heute morgen musste ich aber feststellen, dass ein Shirt, ein Pulli und mein Buff-Tuch fehlten. Leider war kein Hospitalero in Sicht und ich konnte wirklich nicht bis 12 Uhr warten. Auf das Shirt kann ich verzichten, auf den Pulli notfalls auch (auch wenn ich meinen zweiten schon in Cizur Menor zurück gelassen hatte). Aber mein Schal… da hätte sich der Camino auch gerne andere Sachen aussuchen können, die er mir nimmt.

8 km vor Sarria fand sich eine nette Bar, wo auf einmal auch bekannte Gesichter eintrudelten. Wir wollten alle gar nicht weg von dort. Die Niederländerin, die ich seit ein paar Tagen sehe, fragt mich sogar schon, ob André meine Nachrichten schon gelesen hätte. Aber das kann er frühestens morgen, wahrscheinlich erst übermorgen.

Nach einer fiesen, 100 m langen und sehr steilen Treppe bin ich nun in meiner Herberge in Sarria angelangt und habe mich gerade erst einmal auf dem Sonnendeck braten lassen. So schööön! Hier gibts auch ein tolles Kaminzimmer, so einen riesigen Kamin hab ich noch nie gesehen! Da wird heut Abend wohl auch Schnäperkes ausgeschenkt. Gleich aber erst einmal ein leckeres Kaltgetränk in einer Bar in der Sonne.

In der Touri-Info habe ich auch schon Info erhalten, wie ich von Santiago nach Triacastela mit dem Bus zurück komme und gleich muss ich mir einen neuen Pilgerausweis holen. Meiner ist nämlich bald voll. Wohin es mich morgen verschlägt, weiss ich noch nicht, muss ich nachher mal sehen. Jetzt erstmal Lebensmittel und einen neuen Schal kaufen! Ohne geht es morgens echt nicht! Und ne Pizzeria hab ich auch schon entdeckt. Da muss ich hin!

Keine Schmerzen, nur etwas im Knie. Dank Gil aus Kanada habe ich aber nun endlich die Radio Salil Creme, die ich seit Tagen und nunmehr schon Wochen jeden Tag rieche, und das ist echt ein Wundermittel. Dafür hab ich ihn gestern Hose und Socken in den Trockner werfen lassen und bin mit ihm Wein trinken gegangen. Er hat zumindest alle Kleidung wieder. 😉

Fühlt euch lieb gedrückt alle miteinander.

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7 Kommentare

  1. Hedwig sagt

    Hallo Denise,

    Ist das die braune schal? Auf al den bilder hast du die an. Ich hoffe du findest eine anderen. Aber schon in Sarria! Das sind die letzte 100kilometer.
    Schon das du zoviele leute kennen lernst. Geht das von selbst? Ich kann das nicht so gut.
    Ich wunsche dir noch eine schone zeit!!

    Gruessen aus Holland

  2. Peter Höfer sagt

    Hallo Denise
    Wir verfolgen ständig deine „Tour“ im Internet.
    Ist ja toll,was du bis jetzt so hinter Dich gebracht hast.
    Und das Wie dabei,ehrlich ,großen Respekt !
    Für die „letzten paar Meter“ wünschen wir Dir die nötige Kraft,dasgeplante Ziel zu erreichen.
    Alles Gute und viele Grüße von
    Oma und Opa,
    sowie von
    Karin und Peter