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Burgos

Jakobsweg 2011 - Burgos

Der Weingenuss vom Vorabend hat bei allen Beteiligten ein paar Spuren hinterlassen, Manu ist dennoch eine Stunde vor uns gestartet, um der angek├╝ndigten Hitze zu entgehen. Wir drei haben uns im ersten Dorf, in dem uns Schnabbel schon auf der Stra├če begegnete, erst einmal einen Kaffee mit frischem Brot/Croissant und frisch gepresstem Orangensaft geg├Ânnt, bevor es richtig los ging.

Diesmal war unser Tempo auch nicht dem Essen angepasst, wir kamen gut voran, haben die Steigung, die durch Ger├Âll und somit nicht viel Halt, sehr gut gemeistert, um nach dem Abstieg und somit schon gegen 10 Uhr eine Pause einzulegen, in der uns wieder unsere Lieblings-Schnabbel, aber eben auch die Amis und der Niederl├Ąnder begegneten. Das Hallo war gro├č, zumal auch auf diesem Tisch schon die ersten Lemon-Isodrinks standen!

 

Der weitere Weg f├╝hrte uns am Flughafen von Burgos vorbei, hinein in die Vororte und Industriegebiete der Gro├čstadt. Schon hier waren wir ansatzweise ├╝berfordert mit Gr├Â├če, Menschen und Geruch, doch es sollte noch schlimmer werden. Die kleinen D├Ârfer auf dem Camino liegen mir einfach mehr, und meinen Begleitern scheint es da sehr ├Ąhnlich zu gehen.

Die ├╝brigen 7 km ins Stadtzentrum wollten wir etwas ausgeruht in Angriff nehmen, doch waren diese h├Ąrter als alles andere dieses Tages. Die letzten 4km sind wir nur am Flu├č Richtung Kathedrale gegangen, wo ja unsere Herberge war. Wir verlie├čen den offziellen Weg, da die Einheimischen uns den genannten empfahlen, und es so von der Richtung ja auch stimmte. Doch 4km in der ├╝ber 30 Grad hei├čen Mittagssonne, auf Asphalt und B├╝rgersteigen, Bordsteine hinauf und hinunter, mit Schmerzen ├╝berall und keine Kathedrale in Sicht – das zerm├╝rbt.

Endlich konnten wir weg von der Promenade, abbiegen ins Zentrum, auf die Herberge zu. Und dann tauchen Hello Kitty-Luftballons, Clowns, Festst├Ąnde und Massen an Menschen auf, die auf den ersten Blick ein Bierfest zu feiern scheinen. Sich dort hindurch zuw├╝hlen, wenn einem sowieso schon alles zu viel ist und man sich kaum noch auf den Beinen und in den Wanderschuhen halten kann, macht einfach keinen Spa├č. Und dazu wurde es auch noch immer hei├čer. Die Herberge kam in Sicht, die T├╝ren ge├Âffnet, doch kein Manu weit und breit. Auch eingecheckt hatte er noch nicht, und wir konnten es auch nicht, solange er nicht da war, da uns sonst keine Betten zusammen gegeben w├╝rden. Also, Rucksack ab, Hut wieder auf und losgestratzt. Ich habe Chris und Andre zum relaxen zur├╝ck gelassen und bin den Jakobsweg einfach r├╝ckw├Ąrts gegangen – irgendwo hier musste er ja sein. Wenn nicht, w├╝rde ich ihn in der Menschenmasse nicht finden. Doch unser Lieblingsaustralier (den wir immer f├╝r einen Iren gehalten haben) sagte mir, dass er Manu vor einer Stunde an der ersten Kirche hat sitzen sehen. Nun gut, dann halt noch ein Kilometer mehr f├╝r die Tagesstatistik. Zum Gl├╝ck habe ich ihn an besagtem Platz wirklich entdeckt, sodass wir endlich unter die Dusche konnten.

Ersch├Âpft, aber durstig und hungrig haben wir uns aufgemacht, eine nette Lokalit├Ąt auszumachen, wo man beide, oder wenigstens das erste Problem l├Âsen konnte. Das klappte ganz gut, doch die Hitze wurde echt fies. Die gesamte Stadt feierte, machte Siesta, feierte anschlie├čend weiter, wovon sich die meisten Deutschen eine Scheibe abschneiden k├Ânnten. Aber dazu sp├Ąter mehr.

Nach dem Auff├╝llen des k├Ârpereigenen Isohaushaltes und einer Sangria-Verkostung haben wir uns am besten D├Âner seit langem laben k├Ânnen. Exakt, was wir ben├Âtigt haben! Aber dann war auch Siesta f├╝r uns angesagt. Und die w├Ąre beinahe durch gegangen. Doch irgendwann erwacht jedes Dornr├Âschen zum obligatorischen Pilgermen├╝, das nicht ganz so gut war, aber die Sch├Ânheit des Abends nicht schm├Ąlerte.

Ein netter Ausklang des letzten Lauftages unseres Caminos.

Liebste Gr├╝├če an alle geliebten Menschen.

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