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Dufterinnerungen und Lavendel-Brioche

Lavendel Brioche

Und da sind diese Momente, da findet ein Duft seinen Weg bis in die tiefsten Erinnerungen und haut mich total um. Ich bin geflasht, muss erstmal innehalten, weil ich ihn mit einem besonders schönen Erlebnis verbinde oder er mich einfach an etwas erinnert. Allerdings kann es schon einmal passieren, dass ich gar nicht so genau weiß, an was er mich erinnert – und das macht mich dann echt verrückt.

„Liebes Tagebuch,
heute habe ich etwas geträumt…“

Das ist genau so, wenn man vom Wecker mitten aus einem Traum gerissen wird: Weil der Traum so schön war, weil wir geliebte und vermisste Menschen dort getroffen haben oder uns in unserem persönlichen Paradies wiedergfunden haben, versuchen wir mit allen Mitteln und aller morgendlich möglichen Kraft den Traum aufzuhalten. Aber leider gelingt das nur selten, er fliegt einfach weg. Ich habe mich vor Jahren mal an einem Traumbuch versucht, weil ich diese Momente zwischen Schlafen und Wachen unbedingt auf Papier festhalten wollte und weil ich mich an alle noch so verrückten Träume erinnern wollte – geklappt hat das genauso wenig wie Tagebuch schreiben.

So eine Duft-Erinnerung kann mich komplett umwerfen, weil da halt auch mal Erinnerungen hochkommen, die ich schon längst vergraben geglaubt habe. Das ist voll schön, sieht nur manchmal belämmert aus, weil ich dann ja mitten in dem innehalte, was ich gerade tue. Ob das die Ahnung von Schnee ist, die in der Luft liegt und Erinnerungen an unsere Kindheit und die Vorfreude auf die weiße Pracht hervorruft, oder eine bestimmte Blume, die wir mit einem tollen Urlaubstag in Verbindung bringen. Ob es ein Gewürz ist, das aus einem geöffneten Küchenfenster duftet und uns an ein vergessenes Lieblingsgericht denken lässt oder ein undefinierbarer Geruch, der uns an etwas erinnert, wir aber nicht bestimmen können, an was. Wir wissen genau, dass da etwas ist, können es aber einafch nicht greifen. Und dann fliegt es weg. Wie der Traum.

Ein Duft, von dem ich nicht genug bekommen kann und der mich sofort in eine Gemütlichkeitswolke wirft, ist Lavendel. Ich liebe das Aroma und den Geschmack in jeglicher Verbindung, gerne auch in doch recht gegensätzlichen Kompositionen wie Lavendel-Schokolade oder Lavendel-Sauce zu einem schönen Filet. Ganz zauberhaft und der ultimative Behaglichkeitsschub erreicht mich aber bei der simplen Kombination aus süßem Hefeteig und sanften Lavendel-Blüten. Was liegt da also näher, als Lavendel-Brioche?

Dieses Rezept befindet schon etwas länger auf dem Stapel der noch nicht geposteten Beiträge, passt aber zur aktuellen Jahreszeit ganz wunderbar:

Zutaten für die Lavendel-Brioche:

500g Mehl
1 Päckchen Trockenhefe
50g Zucker
1 Päckchen Vanille-Zucker
4 Eier
150ml Milch
200g zimmerwarme Butter
Vanilleschote aus der Mühle
Handvoll Lavendelblüten
Prise Salz

Die Milch leicht erwärmen (nicht zu heiß!) und die Lavendelblüten darin ein wenig aufquellen lassen, die Trockenhefe dazu geben, bis sich diese aufgelöst hat. Alle Zutaten mit der Küchenmaschine miteinander vermengen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Die Hefeteigmischung für eine gute Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen, sodas der Teig erheblich aufgeht. Den Teig dann noch eimal durchkneten. In Muffin- und Mini-Muffin-Bleche entweder Muffin-Förmchen oder Backpapier legen oder sie einfach ein wenig einfetten. Den aufgegangenen Teig portionsweise in die Mulden geben und hier auch noch einmal 20 Minuten ruhen lassen.

Jetzt könnt ihr die kleinen Ich-bin-bald-ein-Brioche-Kugeln noch mit ein wenig Eiermilch einpinseln – ich mag das allerdings nicht so und fand sie auch leicht bemehlt besser.

Den Backofen auf 175°C vorheizen und etwa 25 Minuten backen – je nach gewünschtem Bräunungsgrad und anschließend auskühlen lassen. Letzteres ist wohl das Schwierigste an diesem Rezept, da der zauberhafte Duft es mir und anderen Anwesenden wirklich schwer macht, die Finger von den kleinen Dingern zu lassen.

Welche Düfte hauen euch voll um oder zaubern euch einen wohligen Schauer über den Rücken? Kennt ihr diese Erinnerungs-Flashs auch?

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