Schreibe einen Kommentar

Logroño

Jakobsweg 2011 - Logrono

Nach einem Frühstück mit frisch gebackenem Brot und NoName-Nutella ging es noch während des Sonnenaufgangs los, raus aus der schmucken österreichischen Herberge Casa Austria in Los Arcos in Richtung Logrono.

Manu hat unser schmuckes Dreier-Grüppchen schnell hinter sich gelassen und sein eigenes Tempo ausprobiert. Wir hatten uns in Viana, 10km vor dem eigentlichen Ziel und nach insgesamt rund 20km verabredet. Außer einer Staubwolke haben wir schon bald nichts mehr von ihm gesehen, hatten wir drei doch keine Spurt-Geschwindigkeit eingeschlagen. Chris wollte wegen seiner Füße mal etwas langsamer gehen, zumal er es ohne Pflaster und co. versuchen wollte. Andre und mir kam diese Geschwindigkeit ohnehin gelegen, sehen wir beide den Weg ja nicht als Rennen oder dergleichen an, sondern wollen soviel wie möglich genießen und erleben.

Nachdem wir unser Frühstück zur Stärkung und die erneute Begnung mit den Bretonen um ‚Napoleon‘ hinter uns gebracht haben, fanden wir schnell sowohl Rythmus als auch Weg und kamen in einem äußerst angenehmen Tempo voran. Eine erneute Begenung mit unseren Lieblings-Bretonen, ein fieser, kurzer Abstieg und eine immer heißer werdende Sonne zeichneten unseren Weg, der auf Dauer in dieser Hitze ganz schön schlauchte. Doch regelmäßige, strategisch gelegte Pausen, isotonische Getränke und eine nur sehr langsam nachlassende Motivation sind hier die Aufhänger.

In Viana haben wir Manu wieder getroffen, der allerdings schon zwei Stunden auf uns wartete und fast auf dem Barstuhl eingeschlafen wäre. Nach Schweinsohren (Berk), isotonischem Getränk und spanischen Wurstspezialitäten zog uns uns auf die übrigen 10km, die Manu wieder vorgestratzt ist. Nun weiß ich ja, dass sich eben jene Strecke ungemein zieht, die Hitze wurde immer schlimmer. Schlussendlich, mit minimalem Wasservorrat sind wir bei 34 Grad in Logrono eingetroffen, nachdem wir uns noch schnell bei Maria, einer wahren Institution, gestärkt und gestempelt haben. Manu ruhte schon mit den Füßen im kühlen Nass, als wir ihn fanden, und weiter ging es direkt in die Herberge, die auch dieses Jahr wieder toll war. Hier hat Raimund Joos einfach eine falsche und zu subjektive Angabe im Pilgerführer gegeben. Wem eine saubere Dusche, ein frisches Baumwollbettlaken und Kissenbezug (Seltenheitswert) gefallen, der dürfte auch 10,50€ für eine Übernachtung ausgeben.

Der Dusche und Kleidungswäsche folgten eine kleine Tapasschlacht in Logrono, eine Sangria-Verköstigung und ein kleiner Stadtrundgang inkl. Suche nach einem funktionierenden Geldautomaten für mich. Direkt nben unserer Herberge befand sich eine Bar inkl. Restaurant, sodass Abendessen und das anschließende isotonische Getränk gesichtert waren.

Spannend war hier die Begegnung mit dem ehem. Bürgermeister aus Süddeutschland, der von seiner Haustür mit dem Fahrrad gestartet ist, in 10 Tagen Frankreich durchfahren hat, jeden Tag 150km schrubbt und am Wochenende in Santiago de Compostela ankommen will. Toller, interessanter Mensch, dem der Wein auch sehr gemundet hat.

Eine weitere wundervolle Begegnung auf unserem Weg!

Liebste Grüße an alle geliebten Menschen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.