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24. Tag laufend, Monte de Gozo

Jakobsweg: Monte de Gozo

So, auf dass ihr doch noch erfahrt, wie es mir in den letzten Tagen meines Caminos erging, hier nun der Nachtrag. Von Pedrouzo ging es fr├╝h im Dunkeln los, was weniger daran lag, dass ich zu einem Nachtpilger mutiert war, als an der Tatsache, dass es auch in Spanien immer sp├Ąter hell wurde.

Der Weg zum Monte de Gozo sollte eigentlich relativ entspannt sein, da nur 16 km vor mir lagen, allerdings summierte sich die Zahl der 100 km-Pilger und auf einmal wuselte eine Schulklasse in bunten Regencapes ohne Rucks├Ącke um mich herum, die das Pilgern wohl als Klassenausflug unternahmen. Da der Vortag mit dem Regen meinem Bein ziemlich zugesetzt hatte, waren meine geschickten ├ťberholman├Âver ziemlich auslaugend. Und wenn ich dann mal ne Pause eingelegt habe, hamse mich ja wieder gekriegt. Sprich: dieser Tag war mehr ein Rennen und Wegrennen als entspanntes Pilgern und Dem-Ziel-n├Ąher-kommen.

Und auf einmal biste da. Auf einmal stehst Du auf diesem Berg (mit mittlerweile h├Âllischen Schmerzen, sodass ich nur noch humpelnd voran kam) und siehst dieses abscheuliche Denkmal, welches dem vorherigen Papst gewidmet ist und einen Turm, an dem unz├Ąhlige SIGG-Flaschen h├Ąngen und im Wind L├Ąrm machen.

Und das sollte der Monte de Gozo sein? Der Berg der Freude? Wo die Pilger das erste Mal Santiago und die Spitzen der Kathedralen erblicken konnten? Dieser nebelige, kalte, nasse, laute Ort tr├Ągt die Freude im Namen?

Bin dann zur Herberge gehumpelt, die aber erst 13 Uhr ├Âffnete, sodass ich mal vorsichtig im Hotel angefragt habe, was denn ein Einzelzimmer kosten w├╝rde. Also die Dame mit dann ‚eighty‘ antwortete musste ich 2x nachfragen. 80ÔéČ oder 18ÔéČ? Die nehmen echt 80ÔéČ f├╝r ein popeliges Zimmer an diesem verregneten, leeren, touristischen Ort, nur 4km vor Santiago de Compostela. Damit gings dann halt doch zur├╝ck in die Herberge, wo ich allerdings ├Ąu├čerst nett begr├╝├čt wurde, sogar auf Deutsch, ein nettes Zimmer bekam, dazu eine hei├če Dusche und irgendwie war alles gar nicht so schlimm, wie alle immer von diesem Ort berichten.

Da mich meine Bisse/Stiche nicht in Ruhe lie├čen und ein ‚Medico‘ am Abend vor Ort weilen w├╝rde, habe ich die Chance mal ergriffen. Die Dame grinste aber nur, zeigte mit dem Daumen nach oben, als ich ihr meine Salbe zeigte und sie mir mitteilte, ich m├╝sste ALLE meine Sachen waschen. Kack Bettwanzen. Also doch.

Habe dann den Abend mit einigen anderen, denen es ├Ąhnlich wie mir erging, im Waschsalon verbracht, habe mir ein nettes Glas Wein im einzigen Caf├ę geg├Ânnt und fr├╝h ins Bett. Ich hatte die Hoffnung, dass es meinem Bein gut tun w├╝rde…

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1 Kommentare

  1. shinto sagt

    Ich hoffe, Du hast die Bettwanzen nicht nach Hause mitgenommen. Am besten ersteinmal alles, was man nicht waschen kann in einen Sack stecken und in Quarant├Ąne in den Garten/Balkon – die Dinger k├Ânnen ne Zeit lang ohne Nahrung ├╝berleben …