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Los Arcos

Jakobsweg2011: Los Arcos

Viertel nach 6 ging das Licht an in der Herberge in Estella, nach einem stärkenden Kaffee ging es dann schon viertel nach 7 wieder frohen Mutes auf den Weg. Spanische Städte sind ohnehin irgendwie immer verlassen, wenn wir ankommen, Estella außer ein paar noch wachen Nachtschwärmern um diese Uhrzeit auch.

10 Minuten nach 8 sind wir am Weinbrunnen der Bodega Irache angekommen und genau wie im vergangenen Jahr war der Weinhahn geschlossen. Laut Anschlag sollte er 8 Uhr öffnen, allerdings herrschten wohl auch hier einfach spanische Umstände.

Nun denn, auch ohne morgendliche Weinverkostung konnten wir den folgenden Anstieg bis Villamayor de Monjardin meistern, um dort unser eigentliches Frühstück zu uns nehmen zu können. Bis dahin hatten wir 9,5km in 2,5 Stunden bei ansteigender Hitze hinter uns gebracht, was ein echt toller Schnitt ist. Die letzten 12km zogen sich dann leider, zumal Chris ziemlich mit seinen Blasen zu kämpfen hat und diese ‚Rennstrecke‘ sich auch ganz schön zieht. Doch mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Akzeptanz ob der unterschiedlichen Lauftempi haben wir uns in der mittlerweile sengenden Hitze (in Deutschland dagegen sollen ja herbstliche Zustände herrschen) unter strahlend blauem Himmel den Weg bis Los Arcos bahnen. Ich kann durch meine doch recht gute Erinnerung gut zur allgmeinen Motivation beitragen, indem ich ziemlich genau ansagen kann, wie lang der Weg noch geht und hinter welchen Kurve sich was befindet.

In Los Arcos sind wir nun in der österreichischen Herberge untergekommen, wurden mehr als herzlich begrüßt, haben ein eigenes Vierbett-Zimmer bekommen und haben uns ein paar Tapas in Form Salat, Schinken, Calamares, Wein und Bier einverleibt. Die Jungs liegen grade im Bett und schlafen mal für eine Stunde, ich sitze im warmen Hof mit den Füßen im kalten Fußbad. Anschließend gehts dann durch das Fußmassagebecken mit Glasperlen. Um 7 Uhr genehmigen wir uns das obligatorische Pilgermenü und einen angenehmen, ruhigen Abend. Vielleicht treffen wir auch Jean Marie wieder, leider wissen wir nicht, wo er steckt, doch glaube ich nicht, dass er noch 8km weiter zur nächsten Herberge gestratzt ist.

Gerade habe ich zwei junge Mädels aus dem Schwarzwald getroffen (in der österreichischen Herberge steigen irgendwie nur die Deutschen, Schweizer und Österreicher ab), die hier schon seit einem Tag aufgrund von Knieproblemen sind und morgen weiter ziehen werden.

Schon lustig, auch jetzt für Manu und Chris zu sehen, dass man die bekannten Menschen auf dem Weg selten verliert und sie immer wieder in der nächsten Snackbar oder Stadt antrifft.

Morgen geht es 29km nach Logroño. Früh aufstehen ist Pflicht, um am heißen Nachmittag schon angekommen zu sein.

Dies also bis dahin.
Liebste Grüße an alle geliebten Menschen!

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