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Tag 11: Es tut nicht mehr so weh

Aus Angst, meinen Wecker nicht zu hören, schlafe ich ohne Ohropax ein und wache um 6 Uhr von der Baywatch-Melodie auf. Ich kann mich nicht direkt aufraffen, nach 15 Minuten schaffe ich es aber mich vom Hochbett zu bugsieren und wecke Klarina und Gert. Nach einem kurzen Pseudo-Frühstück, bestehend aus im Preis inbegriffenem Orangensaft, süßen Teilchen und Bananen / Orangen für den Weg machen wir uns auf selbigen – wieder im wunderbaren Dreier-Gespann. Die Herberge in Santona war eine ganz wunderbare und ich möchte sie unbedingt jedem empfehlen, der uns folgt. Eine schöne Wohnung, umgebaut zu einer Herberge mit sauberen Duschen und bequemen Betten. Dazu noch das Frühstück und Vitamine für Unterwegs – großartig! 

Nach nur wenigen hundert Metern kehren wir für einen richtigen Kaffee ein, die Chance muss einfach ergriffen werden. Anschließend geht es aus der Stadt heraus, an einem großen Gefängnis vorbei und schon bald erreichen wir Berria und ein zauberhafter Strand erstreckt sich vor uns. Wir laufen die Strandpromenade entlang und wundern uns wieder einmal über die furchtbar verhunzten Badeorte hier an der Küste. Die Betonbauten verschandeln den Blick, weshalb wir lieber auf die See hinaus schauen. Es geht einen hübschen Anstieg hinauf, wir erklimmen gemeinsam eine Landzunge und erlangen einen traumhaften Auslick auf das, was uns bevorsteht. Nach der oligatorischen Selfie-Aktion dank GorillaPod-Stativ* und Wanderstock krackseln wir hinunter und schlendern den traumhaften Strand Richtung Noja. Wir schleppen noch die Reste unseres Dinners aus Castro-Urdiales mit uns herum, sodass wir ein schönes Frühstück am Strand mit Resten und Geheimreserven an Honig und Marmelade von Gert zelebrieren. Der Weg nach Noja zieht sich, ist aber dank des Strandes wunderschön.

In Noja müssen wir durch die Stadt, Klarina muss an einer Apotheke halten, es macht sich eine Blase bemerkbar. Wir schlendern durch ein Naturschutzgebiet und es wird von Stunde zu Stunde heißer. Es weht kein Lüftchen und die Hitze steht auf den Feldern. Wir hoffen auf eine Bar im nächsten Dorf, da das schlaue Büchlein eine ankündigt. Wir folgen der Beschreibung, finden aber weder die Bar noch die Bushaltestelle, die daneben liegen soll. Also stapfen wir weiter, mittlerweile schleppen wir uns ein wenig durch die Mittagssonne und finden auf den Feldwegen keinen Schatten. Eine Kirche bietet uns im Garten die Möglichkeit einer kurzen Pause; da aber die nächste Stadt für 3km angekündigt ist, raffen wir uns schnell wieder auf und hoffen dort endlich einmal auf eine geöffnete Bar. Doch schon kurze Zeit später schreien wir auf vor Freude, eine Bar direkt an der Straße. Offen. Mit Bier. Bääääm!!!

Also gibt es einen kurzen Muntermacher, vor uns liegen noch etwa 6km und die werden nicht leichter, zumal Klarina und ich von den vergangenen Tagen auf Asphalt wirklich geplagt sind und die Füße wirklich sehr schmerzen. Es fühlt sich nach dicken Blasen an, es ist allerdings „nur“ das Fleisch, das schmerzt. 

Mir geht es allerdings besser als Klarina, sodass ich ihr meine Stöcke reiche, mit denen sie auch ganz gut zurecht kommt. Wir erreichen Güemes, unser Ziel, allerdings von der falschen Seite, sodass wir von hier noch 1,5km gehen müssen. Tatsächlich laufen wir langsam auf dem Zahnfleisch, zumal wir an einem Camping-Platz nahe der Straße 3 Flaschen Wein gekauft haben und somit jeder von uns eine im Rucksack trägt. Wir werden Irene wieder treffen und sind uns nicht sicher, ob es etwas zum Anstoßen in Güemes gibt, also schleppen wir diese für die letzten 4km mit uns herum.

Wir erreichen die absolute Kult-Herberge auf dem Nord-Camino und entdecken Irene sofort. Die Wiedersehensfreude ist groß, doch sind wir froh, endlich ein Bett und eine Dusche zu bekommen. Wir werden mit einem kalten Glas Wasser begrüßt, das spezielle Prozedere wird uns erklärt und endlich liegen wir mit dem mittlerweile lauwarmen Wein auf der Wiese, treffen Lisa aus Deutschland und lernen endlich Manuel kennen, mit dem Irene seit 4 Tagen unterwegs ist. 

Ernesto, der Herbergsvater erklärt uns eine Stunde lang die Geschichte der Herberge und den Weg für den kommenden Tag – es ist wirklich interessant und wird von einer Irin perfekt und äußerst lustig ins Englische übersetzt. Das Abendessen ist ausgezeichnet und wir fallen alle schnell ins Bett. Ich lese noch Gerts Blog und bekomme beinahe einen großen Lachanfall, muss mich zusammenreißen, da alle schon schlafen. Wir liefern uns aktuell ein großes Blog-Battle, da wir bis zu diesem Abend beide 3 Tage hinterher hängen und wir wie die Wilden schreiben.

Ich verspreche, weiter aufzuholen und euch weiter zu unterhalten! Ich hoffe, ihr habt noch Spaß, diesem Blog zu folgen.

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2 Kommentare

  1. Svenja sagt

    Sogar sehr viel Spaß! Freu mich sehr aus Irland teil an Deiner zauberhaften Reise haben zu können – die Berichte so anders als damals bei Deinem ersten Weg aber auch so ähnlich zugleich. Ein wunderschöner Weg! Schön, dass Du wieder so interessante und liebenswerte Menschen kennenlernen durftest. Eben genau die richtigen zur richtigen Zeit. Liebste Grüße aus Cork!