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5. & 6. Tag laufend – Estella & Los Arcos

Los Arcos

Die beiden spanischen Herren, die sich L angelacht hat, sind bis heute und werden bis Logro├▒o unsere Begleiter sein. Anf├Ąnglich war es etwas anstrengend f├╝r mich, da ich nur jedes 3. Wort verstehe, was eine Unterhaltung etwas problematisch macht. Sie sind allerdings sehr nett, den einen werde ich in Ag├ęs auch wieder sehen, da er dort Hospitalero in einer Herberge ist und mir nun schon gutes Essen und Wein versprochen hat.

In Puente la Reina haben wir ein vorz├╝gliches Pilgermen├╝ genossen – Ente mit Salatbuffet, Vorspeisen- und Dessertbuffet… Ein wahrer Traum nach eher m├Ą├čigen Men├╝s.

Ich bin alleine in Puente la Reina gestartet und gehe seitdem am Stock. Das allerdings nicht im ├╝bertragenen Sinne, denn ich habe nun einen treuen Begleiter. Nach 22 km bei eher m├Ą├čigem Wetter, durch jede Menge Schlamm und ├╝ber Schotterwege┬ábin ich dann in Estella angekommen. Zwischendurch mussten die Schuhe mal baden, da ich die 3 kg Schlamm unter jedem nicht mehr weiter tragen wollte und konnte. Estella selbst hat ganz sch├Ân lange auf sich warten lassen, aber auch den letzten fiesen Anstieg bis zur kirchlichen Herberge habe ich dann geschafft.

Die drei Jungs sind mit einiger Versp├Ątung angekommen, alle drei ohne Gep├Ąck wohlbemerkt, aber haben doch noch Betten bekommen. Alexander war der deutsche Hospitalero, der sich perfekt an den Kleidungsstil von L anpasste (oder anders herum?). Die Herberge war pickepackevoll, doch das gemeinsame Essen (30 Leute an Tischen f├╝r 15) war schon ein tolles Erlebnis. Die Oropax haben abermals voll ihren Dienst getan.

Heute morgen sind wir wieder getrennt gestartet, diesmal sogar echt in der D├Ąmmerung. Der erwartete Regen blieb vollst├Ąndig aus, wir haben mal wieder was f├╝r unseren Teint tun k├Ânnen, die Sonne hat ziemlich gebrannt. L und Alberto hatten aber eher weniger Spa├č, die haben den Kichererbsen-Eintopf von gestern Abend nicht wirklich vertragen. Die morgendliche Landschaft war einfach traumhaft, der aufsteigende Nebel und die immer w├Ąrmer werdende Sonne eine wahre Wonne.

Der Aufstieg nach Villamayor war etwas anstrengend, der Blick auf die Weinberge und die tollen Bauten hat aber echt viel wett gemacht. Da oben haben wir uns dann einen Kaffee geg├Ânnt (ok, die Herren hatten da schon 2 G├Ąser Vino Tinto) und sp├Ąter dann bei der n├Ąchsten richtigen Rast tollen K├Ąse, Chorizo, frisches Brot und leckeren Ros├ę-Wein (wobei ich mich da eher zur├╝ck gehalten habe, da ich ja auch die einzige mit Gep├Ąck ausser Lebensmitteln war). Bin dann davon gezogen und so sind wir dann nach knapp 23 km in Los Arcos in einer bezaubernden ├Âsterreichischen Herberge gelandet. Der Abend heute sollte nur nicht ewig werden, morgen haben wir nach Logro├▒o knapp 29km vor der Brust (also, ich mit Gep├Ąck. :-))

 

Man merkt, dass wir der Rioja immer n├Ąher kommen, der in der Luft liegende Weingeruch ist einfach toll. Gerade befindet sich nahezu meine gesamte W├Ąsche in der Waschmaschine, und ich muss mich um nichts k├╝mmern – der Hausherr selbst k├╝mmert sich ums Waschen und Trocknen.

Die Mini-Blase, die sich vor zwei Tagen angek├╝ndigt hatte, ist vollkommen verheilt, Muskelkater an den Schienbeinen ist noch vorhanden, die F├╝├če fangen bei 20 km an zu schmerzen, aber sonst geht es mir wunderbar!

Allerliebste Gr├╝├če an euch alle! Ab ├╝bermorgen geht es f├╝r mich komplett alleine weiter…

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6 Kommentare

  1. Manuel sagt

    Liebe Densie,
    es ist sch├Ân zu lesen wie Du die Ereignisse auf dem Weg erlebst! Es ist eine super Idee gewesen diesen Blog einzurichten. Ich schaue jeden Tag rein, was Du Neues geschrieben hast. Es beeindruckt mich zu tiefst mit welchem Ehrgeiz, Durchhalteverm├Âgen und Elan Du dort Deinem Ziel entgegenl├Ąufst. Ich bin unendlich stolz auf Dich! Was Du da leistest ist der Hammer und ich w├╝nsche Dir alles was Du brauchst um Dich dort weiter wohl zu f├╝hlen und Dein Ding zu machen!
    Ich dr├╝ck Dich ganz doll! F├╝r die kommenden Tage:
    Allein sein zu m├╝ssen ist das schwerste, allein sein zu k├Ânnen das sch├Ânste. “
    (Hans Krailsheimer, 1888-1958, Schriftsteller) …. und Du kannst! Hab Dich lieb

  2. Elo & Sgail sagt

    Liebe Geradine,

    Sgail und ich verfolgen mit Spannung und gro├čem Interesse Deinen Weg und w├╝nschen Dir und Deiner Begleitung nur das Beste. Genie├če das einzigartige Erlebnis und passe gut auf Dich auf.

    Viele liebe Gr├╝├če,
    Elo (aus dem Lush-Forum)

  3. M + D sagt

    Hallo K├Ąmpferin !Beeindruckend, beeindruckend ……..nicht nur die Landschaft sondern auch Deine Laufleistung.Ganz alleine zu laufen klingt f├╝r M nicht so berauschend.Wo hat eigentlich L sein Gep├Ąck?Deine Zeilen klingen nicht nur Stress u. Anstrengung, sondern auch nach einer Guten Portion Spass und Unterhaltung. Dein K├Ârperteile ( Beine + R├╝cken ) haben scheinbar auch schon verstanden, dass Schluss mit lustig ist und jeden Tag funktionieren m├╝ssen. Es ist zwar schon eine Woche ( man glaubt es kaum ) vergangen, aber bedenke immer ,es liegen noch harte drei Wochen vor Dir – haushalte gut mit Deine Kr├Ąften – Der Spa├č soll bis zu Schlu├č erhalten bleiben ! Wir denken sehr oft an Dich und Dein ,Leiden, und w├╝nschen einen wunderbaren Weg mit vielen neuen Erlebnissen. Liebe Gr├╝├če M +D

    • Ach, das alleine laufen is gar nich so schlimm, ab morgen dann ja wirklich. Die beiden Spanier haben ihr Gep├Ąck immer voschicken lassen und L hat es ihnen nun seit Puente gleich getan… Dabei liegen zwischen ihnen ├╝ber 20 Jahre und fuer einen wars eher sowas wie ein Abschieds-Weg wg einer schweren Krankheit. Danke f├╝r die lieben Gr├╝├če, ich freu mich so sehr, von euch und den anderen zu lesen, aber ne Woche isses ja noch nicht ganz. ­čÖé

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