Jakobsweg 2010

Routenplanung starten

W├Ąhrend meines Studiums habe ich zwar zwei Ausstellungen ├╝ber den Camino de Santiago des Mittelalters begleitet, hatte bis zum Jahr 2009 allerdings keinerlei Bestrebungen, ihn selbst einmal zu gehen. Einer, wie ich heute wei├č, schicksalhaften Begegnung ist es zu verdanken, dass ich mir den Camino Franc├ęs f├╝r 2010 vorgenommen hatte und diesen eigentlich auch mit besagter Bekanntschaft zusammen gehen wollte. Ein Jahr der Vorbereitung, des Lesens und auch ein wenig des Planens ging mit viel Vorfreude vor├╝ber – mein erster Camino de Santiago konnte dank 4 Wochen Urlaub stattfinden und sollte mit einer zeitbedingten Bus-Tour mittendrin von Roncesvalles bis ans Kap Finisterre gehen.

Erfahrene Pilger raten den ‚Neulingen‘ immer, nicht zu viel zu planen und den Weg einfach auf sich zukommen zu lassen: Es w├╝rde ohnehin nicht alles so laufen wie man es sich im Vorfeld ausgemalt hat. Ich bin heute noch dankbar und gl├╝cklich ├╝ber meine Planung und ├╝ber die Auswahl an Herbergen, die ich mir dank des tollen Pilgerf├╝hrers von Raimond Joos* ausgesucht habe, letztendlich kam es aber doch ein bi├čchen anders als geplant. Allerdings war das keineswegs schlimm, sondern genau richtig so. Meinen Begleiter habe ich nach f├╝nf Tagen in Logro├▒o zur├╝ck gelassen und war ab diesem Tag 3 1/2 Wochen alleine unterwegs – wobei es ein „Alleine“ auf dem Camino nicht gibt, au├čer man m├Âchte das so. Die mangelnder Zeit geschuldete Busreise habe ich von Burgos nach Astorga auf mich nehmen m├╝ssen – bis dahin durfte ich wunderbare Menschen kennenlernen, Freunde f├╝rs Leben, die ich am Busbahnhof aber leider verlassen musste.



In den Tagen ab Astorga habe ich viel nachgedacht, zu mir gefunden und Unglaubliches erlebt. Und habe mich in La Faba dazu entschlossen, statt von Santiago de Compostela nach Finisterre weiter zu laufen, lieber mit dem Bus zur├╝ck zu reisen, meine schlimm vermissten Pilgerfreunde zu ├╝berraschen und wieder zu sehen und noch drei Tage den Weg mit ihnen zu laufen. R├╝ckblickend war dies die beste Entscheidung, da das Ankommen in Santiago f├╝r mich schrecklich war und mein Camino so nicht in dieser Stadt oder alleine am Ende der Welt, sondern auf dem Weg gemeinsam mit Herzensmenschen geendet ist. Wobei – der Camino ja niemals endet!

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12 Kommentare

  1. Liebe Denise,
    „zuf├Ąllig“ bin ich gerade auf Deinen Blog gestossen, und mir gef├Ąllt Deine Art zu schreiben gut, v. a. die Beitr├Ąge ├╝ber die Vorbereitung.

    Ebenso wie Du, bin ich Wiederholungs-T├Ąter, was den Camino betrifft. Allerdings habe ich gerade ein Heilmittel gegen das Jakobsweg-Virus gefunden, so dass ich ihn zwar immer wieder gerne mal laufe, aber es nicht „muss“.

    Wie Du auf einer Deiner Seiten schreibst (ich glaube vor dem Camino 2011), bereitet einen niemand auf die Zeit nach der R├╝ckkehr in den Alltag vor. Und genau dabei m├Âchte ich mit meinem Buch „Den Jakobsweg ins Leben nehmen“, das kurz vor der Ver├Âffentlichung ist.

    Gerne w├╝rde ich daher mit Dir Links austauschen.

    Was h├Ąltst Du davon?

    Herzliche Gr├╝sse aus M├╝nchen
    von Christina

    • Denise sagt

      Liebe Christina,

      herzlichen Dank f├╝r Deinen netten Kommentar und das Lob! Gerne k├Ânnen wir uns gegenseitig verlinken, ich habe Dich soeben in die Blogroll hier unten im Footer aufgenommen. Der letzte Beirag ist bei Dir aber schon ein paar Tage her, oder? ­čśë

      Viele Gr├╝├če und buen camino Dir!
      Denise

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